| Blumenasch | Blumenasch, verniedlicht :: Blumenaschel = Blumentopf |
| Figlanz | Ein Mensch mit besondern Fähigkeiten, aus dem Lateinischen abgeleitet: |
| Gemähre | Ein langes Gemähre machen :: etwas breit und umständlich erzählen. |
| Goge | Ein Bewegungsspiel mit dem Ball: |
| Gramarsch | Frei nach Martin Luther (angeblich): "Aus einem gramen Arsch kann nie ein fröhlicher F... kommen |
| Klotzek | Klotzek, Verniedlichung für Klotz, im Bergbau: das Reststück eines Stempels, das der Bergmann nach Gewohnheitsrecht aus der Grube nach Hause nehmen konnte, zu Zeiten der Kohleheizungen ein wichtiger Bestandteil der Feuerentfachung im Haushalt |
| Kuschawa | Kuschawa, wahrscheinlich aus dem Polnischen für "kurzawa" = Sandverwehung |
| Mohnsemmeln | Eine typische oberschlesische Weihnachtsspeise 1 kg Mohn (Sollte erst kurz vor dem Gebrauch gemahlen werden) 2 - 3 Liter Milch 350 g Mandeln (geschält - z.B. nach dem Überbrühen mit kochendem Wasser, selbst geschält) 170 g Walnüsse 500 g Rosinen 100 g getrocknete Aprikosen 5 (?) altbackene Semmeln (Brötchen) - Anzahl abhängig von ihrer Größe, ...und eigener Vorliebe paar Tropfen Bittermandelöl 1 Fläschchen Butter-Vanilleöl 1 gehäufter Eßlöffel Butter 2 gute Eßlöffel Honig Zucker, Salz - zum Abschmecken Der gemahlene Mohn wird in einem Teil der Milch langsam aufgekocht (Rühren!) und mit dem Rest der Milch die nötige dickflüssige Konsistenz hergestellt. Kochdauer 20 - 30 Minuten, der Mohn sollte dann schon weich sein. Dann untermischt man 300 g grobkörnig gehackter Mandeln, die ebenso behandelten Walnüsse und getrockneten Aprikosen, gibt Rosinen, Butter, Honig und das Aroma hinzu und läßt alles noch zwei bis fünf Minuten langsam kochen. Während dieser Zeit schmeckt man den jetzt zähflüssigen Brei mit einer Prise Salz und eventuell auch Zucker ab. Die Semmeln sind schon in ungefähr 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten und die Gefäße für das Abfüllen (tiefe Kompottschalen, kleine Schüsseln) vorbereitet. In diese kommen jetzt abwechselnd die Schichten aus Mohnbrei und Semmeln. Die erste und letzte Schicht besteht aus Mohnbrei. Die gefüllten Schalen werden noch mit dem Rest der ganzen, geschälten Mandeln (ev. auch Walnüssen) dekoriert und zum Kühlen abgestellt. Später kommen sie in den Kühlschrank in dem sie zwei, drei Tage verbleiben können. Sie schmecken nach 24 Stunden am besten. Falls es zuviel geworden ist, kann man einen Teil der Mohnsemmeln, direkt nach dem Abkühlen in einzelnen Portionen in Gefrierbeutel verpacken und im Gefrierschrank für die nächsten Wochen aufbewahren. Noch einige Hinweise: Beim Kauf des Mohns auf dessen Geschmack achten, alter Mohn schmeckt nicht gut und ist manchmal bitter. Auch sauber sollte er sein - Sand knirscht zwischen den Zähnen (auch noch nach dem Mahlen). Beim Aufkochen bitte das starke Quellen des Mohnes beachten - nicht anbrennen lassen! Der Mohnbrei muß nicht allzu dickflüssig sein: die trockenen Semmeln nehmen eine Menge der Feuchtigkeit auf und die fertige Speise sollte nicht zu trocken sein. Bei den Zutaten kann man eigene Geschmackspräferenzen walten lassen. Die Angaben sind Richtwerte - trotzdem sollte man nichts übertreiben. Das betrifft auch das Verhältnis Brei zu Semmeln, für mich sollte dieses Gericht eher Semmelmohn heißen. Helene |
| Pjeron | Eigentlich ein vielseitiges Wort, so: schlechter, gerissener Mensch, Fluchwort (pjeronje)
doch auch positiv, anerkennend auf eine vielseitige Person angewandt. |
| Rolle | Für den professionellen, öffentlichen Einsatz gedachtes Gerät zur Glättung von (vorrangig) mit Stärke behandelter, trockner Wäsche. Die Rolle, ein schweres Gerät aus massivem Holz mit Grundabmessungen von ungefähr 1,2 x 4 Meter, hatte in der Höhe von ungefähr 0,7 Meter eine massive Holzfläche, auf welcher sich der, auf zwei Holzrollen von ungefähr 10 Zentimeter Durchmesser gelagerte, Kasten bewegte. Der Kasten hatte die Länge des ganzen Gerätes, war mit einem glatten Unterboden versehen und durch die Füllung mit Steinen sehr schwer. Er wurde über die Handkurbel, ein Zahnrad und eine doppelseitige Zahnstange angetrieben und führte so seine Hin- und Herbewegungen aus, während man die Kurbel immer in der gleichen Richtung drehte. In seinen Endstellungen, während ein Ende schon über die Rolle hinausragte, wurde das andere Ende über zwei, auf Metallschienen laufenden, kleinen Metallrädern angehoben. So konnte man die eine Holzrolle unter dem Kasten entfernen und sie durch eine andere, auf der die Wäsche (vorrangig Bett- und Tischwäsche) säuberlich aufgewickelt war, ersetzen. Die wurde jetzt unter dem schweren Kasten mehrmals abgerollt um dann später verhältnismäßig glatt entnommen werden zu können. |
| Schickse | Schikse - aus dem Jiddischen stammende weibliche Bildung von dem hebräischen Wort "schekets" = einzelnes Ungeziefer |
| Seiger | Säger = Klingelwecker, Weckeruhr (in bayerischen und österreichischen
Texten
begegnet einem gelegentlich das Wort "Saiger" in gleicher Bedeutung) |
| Schur | Das Rezept für ein deftiges und schmackhaftes Gericht Sauerteig (z.B. im Folienbeutel bei Backzutaten zu erstehen) Vollkornroggenschrot, zur Not auch nur Vollkornroggenmehl Fetter Räucherbauch, um 100 g - gewürfelt und leicht angeschmort Gut geräucherte Wurst (Krakauer?), um 200 g - gewürfelt Eine mittlere Zwiebel - geschnitten und goldgelb gebräunt, z.B in etwas Öl Knoblauch - eine bis drei Zehen Salz, Pfeffer Mehl, Wasser und Sauerteig mischen damit ein dickflüssiger Brei entsteht, dann 10 Minuten auf kleiner Flamme kochen (rühren!), am Ende die Zutaten, auch den zerriebenen Knoblauch untermischen und kurz aufkochen. (Bei Zubereitung der Mehl/Sauerteigmischung 24 Stunden früher, kann man mit einem halben Beutel Sauerteig auskommen, da dann der Fermentationsprozeß die restliche Säure erzeugt.) Servieren mit (mehlig kochenden) Stampfkartoffeln. Diese mit gerösteter Zwiebel und Butter und Salz zubereiten. |
| verschitt (gehen) | verschitt, abgeleitet von verschüttet, nicht auffindbar. |